UNTERWEGS in der Steppe Mangystau in Kasachstan

Die Steppe Mangystau in Kasachstan ist eigentlich keine Steppe. Sie ist etwas zwischen Steppe, Halbwüste und Wüste mit sehr spärlicher Vegetation.  Die Landschaft wirkt vollkommen außerirdisch. Mangystau ist ein fotografisch wenig erschlossenes Gebiet. Die Ursachen dafür sind vor allem, dass es dort keinerlei Infrastruktur gibt und dass die Temperaturen sowohl im Sommer als auch im Winter gnadenlos sind. Die Steppe ist ungefähr 165.000 km² groß, das entspricht einer Fläche, die mehr als zweimal so groß ist wie Bayern. Sie besteht aus Salzbecken, Plateaus, Kalk- und Kreidefelsen, die zum Teil deutlich unter dem Meeresspiegel liegen. Viele der Felsen und Plateaus waren einst Meeresboden des Ur-Tethys-Ozean. Während unserer Tour fanden wir viele Fossilien wie Haifischzähne und Ammoniten, Muscheln,… Alles mehrere hundert Millionen Jahre alt. Ursprünglich wollten Raik und ich allein unterwegs sein. Im Laufe der Planung fanden sich aber noch weitere drei Fotografen, die mitwollten. Wir waren mir drei Fahrzeugen unterwegs und mussten alles mitnehmen was wir benötigten. Allein ein Fahrzeug diente als Versorgungsfahrzeug. Aber auch die anderen Fahrzeuge waren bis unter die Decke voll mit Utensilien, die wir benötigten. Das Schwierigste dabei waren die hohen Temperaturen und dass es erst in 100 km Entfernung wieder Trinkwasser gab. Trotz all dieser Einschränkungen und der Anstrengungen, die wir unternehmen mussten, war es ein einmaliges Abenteuer. Es fühlte sich an, als wären wir auf einem anderen Planeten, unendliche Weiten, alles war weiß (natürlich am Ende auch alles in den Taschen und Rücksäcken sowie die Fotoausrüstung) vom Kalk der Felsen und des Meeresbodens. Wir sahen einen Sternenhimmel, wie man ihn nur an ganz wenigen Orten der Welt sehen kann und fast jede Nacht die Milchstrasse. Wir hatten kompletten Schlafentzug, da wir vor Sonnenaufgang aufstanden und erst lange nach Sonnenuntergang ins Zelt zum Schlafen gingen. Dann kurz geschlafen, um nachts die Milchstraße zu fotografieren, anschließend wieder zwei Stunden schlafen, dann hieß es wieder aufstehen, damit wir zu Sonnenaufgang an den gewünschten Orten waren und unser Foto-Equipment aufgebaut hatten. Aber seht selbst. Der nachfolgende kurze Clip gibt einen kleinen Eindruck der Expedition.